Blogparade: Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter?

Filed in Blogparaden by on 17. Februar 2015

Ärzte: Fluch oder Segen? Aufruf zur Blogparade.

gute Ärzte

Wer allen Ernstes noch glaubt, dass es den Ärzten um die Gesundheit ihrer Patienten und nicht um das Geld geht, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen

Der heutige Blog-Beitrag ist kein normaler Artikel. Wie ihr in der Überschrift schon gelesen habt, geht es um eine Blogparade oder besser: Es geht um eine Einladung zu meiner ersten Blogparade. Kurz umrissen, ich lade Blogger ein, sich mit mir gemeinsam einem Thema zu widmen. Einem Thema, dass nicht nur für Blogger, Webmaster & Co wichtig ist, sondern – wie ich glaube – jeden betrifft: „Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter? oder anders gefragt: gibt es noch Ärzte aus Leidenschaft?

Vor ein paar Wochen habe ich irgendwo (Zeitung oder Internet) einen Satz gelesen, der mich bis heute nicht mehr losgelassen hat – sinngemäß: „Wer allen Ernstes noch glaubt, dass es den Ärzten um die Gesundheit ihrer Patienten und nicht um das Geld geht, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen„. Dieser Satz bzw. der Artikel dazu hat mich zum Nachdenken angeregt und all meine Arztbesuche aus den letzten Jahren wie einen Film abspielen lassen. Das Ergebnis ist erschreckend!

Meine Erfahrungen: Ärzte machen einen krank statt gesund

In den letzten 3-5 Jahren war ich bei einigen verschiedenen Ärzten in Behandlung. Dazu muss man sagen, dass ich Ärzte grundsätzlich ungern aufsuche. Nach dem Motto „soviel wie nötig, sowenig wie möglich“ suchte ich in den letzten Jahren die Ärzte tatsächlich nur im Notfall oder zur jährlichen Zahnarztkontrolle auf. Hierzu muss man noch erwähnen, dass ich privat versichert bin und eigentlich ein gutes Immunsystem habe (viel Sport, Ernährung usw.). Bei den meisten Mediziner sehen meine Erfahrungen als Patient durchweg negativ aus. In einigen Fällen, komme ich sogar zu dem Ergebnis, dass Ärzte bzw. „medizinische Häuser“ einen krank machen!

Fall 1: Zuhören statt nach „Schema F“ arbeiten!

An diesen Vorfall kann ich mich sehr gut erinnern. Es war im Sommer 2011, wo auch die HUS-Epidemie (auch EHEC-Epidemie genannt) in Deutschland ihr Unwesen trieb. An einem sommerlichen Tag hatte ich mit Freunden und Familie gegrillt. Vermutlich hatte ich an jenem Tag etwas schlechtes verspeist und bekam in den folgenden vier Tagen Durchfall (Lebensmittelvergiftung). Wie immer ging ich nicht sofort zum Arzt und versuchte mit bekannten Mitteln (Zwieback essen usw.) wieder auf die Beine zu kommen. Nach vier Tagen war ich völlig dehydriert. Die Symptome waren eindeutig: Schwindel, Kopfschmerzen, logischerweise allgemeines Schwächegefühl und starkes Schwitzen. Mit diesen Alarmzeichen bin ich dann am vierten Tag ins Krankenhaus gefahren, um einfach eine isotonische Kochsalzlösung (intravenös) zu bekommen – mehr wollte ich nicht!. Und hier fing das Drama an 🙁 Bei der Aufnahme (Papierkram und Abrechnungsabwicklung hat ja Vorrang), habe ich der aufnehmenden Krankenschwester verdeutlicht, wie schlimm meine Situation ist und dass ich nicht mehr lange aushalte – ich sagte „ich brauche jetzt sofort eine Salzlösung“. Kurz darauf bin ich im Sitzen zusammengebrochen. Ich wachte dann auf einem Krankenhausbett in der Röntgenabteilung auf – mit einem Zugang für die Salzlösung im linken Arm. Lange war ich wohl nicht weg, laut Aussage der Schwester ca. 30 Minuten – und die Schwester hat sich noch mal ausdrücklich dafür entschuldigt, dass sie mir nicht zugehört hat und ihr „Schema F“ durchgezogen hat. Dieser Fall zeigt eindeutig, dass hier das Geld wichtiger ist als die Gesundheit eines Patienten ist. Es blieb leider nicht bei dem Einzelfall.

Fall 2: Entzündung statt Salzlösung!

Doch damit war der Fall 1 noch nicht beendet. Aufgrund der HUS-Epidemie wurde ich mit Verdacht auf EHEC-Virus für zwei Wochen auf Quarantänestation gelegt. Hä?? Was sollte das bitte? Achja, ich bin ja Privatpatient und an mir kann man Geld verdienen. Durchfall hatte ich auch nicht mehr – ich brauchte ja nur die Kochsalzlösung! Gut dachte ich – Aufgrund der Unruhen in der Öffentlichkeit bezüglich EHEC zu dem Zeitpunkt, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Als ich dann nach ein paar Tagen fragte, wann und wie oft die Nadel an dem Zugang gewechselt wird, bekam ich folgende Antwort: „wird nur bei Bedarf gewechselt und sie haben ja schöne Venen für einen Zugang, so dass da keine Bedenken bestehen die Nadel 14 Tage in der Vene zu lassen„. Wird in Krankenhäusern jetzt auch an den Nadeln gespart oder war das „Fachpersonal“ einfach inkompetent? Das Ende vom Lied war, dass ich direkt am ersten Tag nach der Entlassung eine faustgroße Schwellung an der Stelle des Zugangs bekommen habe. Die Stelle hatte sich entzündet und konnte nur mit Antibiotika behandelt werden. Hier wurden wohl Vorgaben und Standards während der Behandlung nicht eingehalten – oder es gibt sie noch nicht mal. Ich fasse den Fall zusammen: ich wollte nur eine Salzlösung-Infusion, bekam aber einen 14 tägigen Krankenhausaufenthalt und eine Entzündung, die noch mal zwei Wochen behandelt werden musste.

Fall 3: Zahnwurzelentzündung für über 5600 EUR!

Dies war bis jetzt persönlich meine schlimmste Erfahrung mit Ärzten, in diesem Fall mit einer Zahnärztin. Einmal pro Jahr nehme ich eine professionelle Zahneinring in Anspruch. Im Frühjahr 2014 ging ich deshalb routinemäßig zur jährlichen Kontrolle zu einem neuen Zahnarzt. Ich bekam meine Zahnreinigung und bei der Kontrolle wurden offensichtlich Karies gesichtet. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich bis jetzt nie Probleme mit meinen Zähnen hatte und ob ich wirklich Karies hatte und die nachfolgenden Behandlungen notwendig war, weiß ich nicht und werde es wohl nie erfahren. Fakt ist, dass durch die Behandlung am gesunden Zahn eigene Substanzen entfernt und durch Füllungen ersetzt wurden. Die Beratung der Zahnärztin ging in Richtung Keramikfüllung – wäre wohl das Beste, was man machen kann. Allerdings wären diese wohl sehr teuer – aber bei einem Privatpatienten würde die Versicherung in jedem Fall die Rechnung übernehmen. Jetzt weiß ich auch warum, die Keramiklösung die besten Lösung war – der Verdienstunterschied für die Zahnärztin. Irgendwie musste sie ja den Porsche vor der Praxis finanzieren. Bis hierhin war es mir ehrlich gesagt auch egal. Nach dem ich aber nach der Behandlung ständig unerträgliche Zahnschmerzen hatte – war es mir nicht mehr egal. Ständig wurde ich mit Sprüchen wie „der Zahn muss sich erst remineralisieren“ oder „kommen sie vorbei, wir tragen erneut Schutzlack auf die Stelle auf“. Doch die Schmerzen blieben – sogar das normale Trinken von Wasser auf Zimmertemperatur und das Zähneputzen waren schmerzhaft. Drei Monate später, an einem Sonntag hielt ich nicht mehr aus und bin dann zum Not-Zahnarzt gefahren. Diagnose: Zahnwurzelentzündung. Ohne Worte! Zusammenfassung Fall 3: Ziel war es professionelle Zahnreinigung, Endergebnis ist eine Zahnwurzelentzündung für über 5600 EUR.

Geld regiert die Welt… und zunehmend Ärzte!

Das waren jetzt nur drei Fälle, wo ich durchweg negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht habe. Der Arzt ist Experte und der Patient vertraut dessen Empfehlungen bzw. Diagnosen. Es kann nicht sein, dass Ärzte jegliche Menschlichkeit verlieren und ihren „weißen Kittel“ durch Geldgier beschmutzen. Das Ziel, ein guter, vertrauensvoller Arzt zu sein – erfordert nun mal großes Engagement und Hingabe. Ärzte aus Leidenschaft – gibt es sie noch? Ich könnte noch einige weitere Fälle aufschreiben – das würde jedoch diesen Artikel ins unendliche aufblähen. In meinen Augen haben diese „Halbgötter in weiß“ ausgedient – das hohe soziale Ansehen ist schon längst gestört, weil nicht der Patient, sondern das Geld an erster Stelle steht – schade. Normalerweise erinnere ich mich immer an positive Erlebnisse – doch in Verbindung mit Ärzten kommen mir wirklich keine in den Sinn.

Zusammenfassung und Ablauf der Blogparde:

Thema: Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter? Wie ist eurer Standpunkt?
Start: 17. Februar 2015
Ende: 31. März 2015
Gewinn: Eines der unten aufgeführten Bücher zum Thema „Gesundheit“

Was ist eine Blogparade?

Blogparaden sind gemeinschaftliche Blogger-Aktionen zu einem vom Veranstalter vorgegebenem Thema. In ihren individuellen Artikeln zum Thema, setzen Blogger in der Regel einen Link zum Aufruf (keine Pflicht) im Beitrag und verweisen auf die Blogparade und den Veranstalter. Mit dem Verweis und durch die Kommentarfunktion kann der Veranstalter die einzelnen Teilnahmen sammeln und am Ende in einem Abschluss-Beitrag zum Thema zusammenfassen und verlinken.

Wie kann ich an „Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter?“ teilnehmen?

Schreibe einfach einen Artikel zum Thema dieser Blogparade in deinem Blog und informiere mich per Kommentar über deine Teilnahme. Ich würden mich freuen, wenn du in deinem Beitrag auf meine erste Blogparade verweisen würdest. 😉  Dein Beitrag sollte schon mehr als drei Sätze enthalten – bei „richtigen“ Bloggern ist das glaube ich, überflüssig zu erwähnen 😉

Wie soll mein Blogparaden-Artikel aussehen?

Eigentlich ist das komplett dir überlassen. Es wäre für deinen Blog sicherlich vorteilhaft, wenn du diesen zunächst einmal kurz vorstellst – schließlich bekommst du durch diese Blogparade auch ein paar neue Blogbesucher und möglicherweise dauerhafte Leser?! Schön wäre es auch zu erfahren, wie du auf diese Blogparade aufmerksam geworden bist und warum du daran teilnimmst. Aber es ist ganz allein dir überlassen.

Damit es dir leichter fällt sich zum Thema zu äußern, kannst du dir ja zur Vorbereitung die eine oder andere der nachfolgenden Fragen durch den Kopf gehen lassen. Die Beantwortung der Leitfragen ist aber nicht verpflichtend! Betrachte die Fragen einfach nur als kleine Hilfestellung.

  • Ist die Arzt-Patient-Beziehung gestört oder vertraut ihr den Ärzten?
  • Medizin ohne Menschlichkeit: wie steht ihr dazu?
  • Welche positiven bzw. negativen Erfahrungen habt ihr oder eure Mitmenschen mit ärztlichen Behandlungen erlebt?
  • Sind kranke Menschen Patienten oder doch nur Kunden?
  • Woran erkennt man einen guten Arzt?

Gewinne eines der drei Bücher zum Thema „Gesundheit“

Der erste und die zwei ausführlichsten Beiträge zum Thema erhalten jeweils ein Gesundheits-Buch als Geschenk. Die Bücher werden von der Tauschbörse swapy.de gesponsert, weil das swapy-Jahr 2015 ganz im Zeichen der Bücher steht. Es handelt sich hierbei um folgende drei Bücher:

Ich freue mich sehr über meine erste richtige Blogparade als Veranstalter und bin jetzt schon auf eure konstruktive Beiträge und Meinungen zum Thema sehr gespannt. Nach Ablauf der Blogparade am 31.03.2015 werde ich eine ausführliche Zusammenfassung zu den eingegangenen Beiträgen veröffentlichen.

Wer allen Ernstes noch glaubt, dass es den Ärzten um die Gesundheit ihrer Patienten und nicht um das Geld geht, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen!

Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter – wie steht ihr dazu?

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Comments (29)

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  1. Kerstin sagt:

    Hach, es juckt mich ja mächtig in den Fingern dazu was zu schreiben – aber da hänge ich leider in einem kleinen Gewissenskonflikt… Da ich im Gesundheitswesen arbeite, bin ich nicht nur reiner Patient, sondern kann eben auch hinter die Kulissen schauen.
    Aber eben wegen meines Fachwissens reite ich mich da ggf. tiefer rein als gut wäre 😉 , deswegen schreibe ich hier nur soviel: wenn man sich bei einem Arzt als Kassenmitarbeiter outet, gefriert das Lächeln der Arzthelferin oft ganz schnell ein – denn ich weiß z.B., ob Igel-Leistungen wirklich notwendig sind oder nicht, mir kann man nicht irgendwelchen Scheiß aufschwatzen. Ich weiß, was bezahlt wird und was nicht. Ich weiß also, wenn der Arzt mir Märchen erzählen will und ich habe keine Probleme damit, das dann auch deutlich zu sagen – was dann logischerweise nicht sonderlich gut ankommt.

    Von daher bin ich doppelt froh, daß mein Hausarzt das gar nicht stört, im Gegenteil, manchmal redet er so selbstverständlich in seinem Medizinerdeutsch mit mir, daß ich ihn erinnern muß, daß ich doch Patientin bin ;-p

    • wowka sagt:

      Wieso? Hier sind auch Meinungen von Ärzten oder anderen Mitarbeiter der Branche mit entsprechendem Fachwissen sehr willkommen. Es ist nämlich ein Unding, was in der „Medizinwelt“ abgeht. Und da ist es völlig egal, ob man in der privaten oder der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist.
      Also trau dich 😉

    • wowka sagt:

      Du könntest ja sogar mit deinem Blog an der Blogparade teilnehmen 😉

      • Kerstin sagt:

        Ich weiß, aber ich bin Mitarbeiter – und da muß ich schon vorsichtig sein, was ich so öffentlich von mir gebe 😉

        • wowka sagt:

          Es geht ja nicht darum, dass du irgendwelche Interna, Abläufe in der Abrechnungen oder Strukturen schreibst. Sondern um die Arzt-Patient-Beziehung.

          • João sagt:

            Hallo Wowka,

            natürlich sind Beiträge von Mitarbeitern der Branche willkommen, aber man sollte sie nicht so unter Druck setzen, wie du es tust. Wer nichts Näheres sagen möchte, hat ganz sicher seine Gründe, was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass man das alles für nicht gar so schlimm oder unbedeutend hält.

            Beste Grüße
            João

          • wowka sagt:

            Hallo Joäo,
            du hast natürlich Recht und es war sicherlich nicht meine Absicht. Wollte mit meinem Kommentar diesbezüglich nur die Angst nehmen, seine ehrliche Meinung zu schreiben – egal ob Arzt, Mitarbeiter oder Patient 😉

  2. Lissyh sagt:

    Also,ich versuche es mal etwas zusammenfassend zu schreiben.
    Bei unserer Erfahrung mit Ärtzten handelte es sich um eine Erkrankung meiner Tochter,bei der MS diagnostieziert wurde.
    Für uns in dem akuten Moment ein Hammer.
    Da sie in einem akuten Schub war wurde uns gesagt sie benötigt eine Stoßtheraphie mit hochdosierten Cortision.
    Nachdem ich mit dem Artzt gesprochen hatte und ihn gefragt hatte ob wir mit nachträglichen Nebenwirkungen rechnen müßten,wurde diese von ihm verneint,lediglich das sie in dem Zeitraum unter starken Kopfschmerzen leiden könne wurde bestätigt.
    Also haben wir zugestimmt,nachdem meine Tochter wieder Zuhause war, wurde bei Ihr nochmals mit Cortison eine Nachbehandlung erforderlich.
    Durch die hohen Dosierungen bekam sie dann Diabetis,wogegen sie nun täglich spritzen muss.
    Was ich einfach vermisst habe,war ein Aufklärungsgespräch über die Nebenwirkungen von Cortision,sowie über den Umgang mit der Erkrankung,mittlerweile haben wir uns relative gut damit auseinander gesetzt.
    Meine Meinung :
    Ein wenig mehr Zeit und mehr Information über Behandlungen und deren Nebenwirkungen,wären hier wirklich schön gewesen,aber leider war das zumindestens bei uns nicht der Fall,ebenso wie das Verständnis über unsere Ängste,die nicht wirklich ernst genommen wurden.
    Wir haben uns ziemlich alleine gefühlt,mit alldem .

  3. Mory sagt:

    Ärzte als Verbrecher oder weißbekittelte Halbgötter?

    Ärzte sind weder das eine, noch das andere. Sie sind in erster Linie Menschen mit Fehlern und Stärken.

    Natürlich wünschen sich die Patienten, dass der Arzt sich Zeit nimmt und sich alles anhört. Aber, wo soll das enden? Wenn der Arzt sich wirklich Zeit für alle nimmt, sich alles anhört, beschweren sich die anderen im Wartezimmer warum das so lange dauert. Denn eines ist gewiß: Jeder Patient ist sich selbst der nächste. Der Arzt soll zuhören? Ja sicher doch, aber nur bei mir selber, nicht bei den anderen – denn dann muss ich ja warten. Ich weiß wovon ich rede, ich bin Arzthelferin bei einem HNO Arzt. Wir haben solch einen Chef, der sich alles anhört. Wir werden von den Patienten angegiftet weil man schon wieder etwas länger warten muss. Sind diese Patienten dann aber im Behandlungszimmer, wünschen sie sich nichts sehnlicher, als ein schönes ausgiebiges Gespräch mit unserem Chef. Es gibt Tage, da sind wir bis 20:30 Uhr in der Praxis – eben wegen solcher Patienten.

    Wer Arzt ist, muss gleichzeitig auch ein Altruist sein. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man Arzt werden sollte. Wegen dem Geld? Na klar doch. Richtet mal eine Arztpraxis ein, kauft erstmal alle Geräte die benötigt werden, stellt drei bis vier Mitarbeiter(innen) ein und mietet euch die Räume an. Der Start erfolgt in der Regel mit einem dicken Minusbetrag auf dem Konto. Es ist oftmals eben nicht so, dass die Welt auf einen gewartet hat und nur danach strebt sich behandeln zu lassen. Die Arbeitszeiten sind erbärmlich, denn wir Arzthelferinnen sind nicht die Einzigen die von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends (auch schon mal später) in der Praxis sitzen. Wenigstens haben wir dafür am Wochenende aber keinen Notdienst bei dem wir Gewehr bei Fuß parat stehen müssen.

    Ob Kassenleistungen zu Recht oder Unrecht abgerechnet werden, liegt am Arzt selber. Natürlich kann er für jeden Pups kassieren, mir sind aber auch Ärzte bekannt, die das nicht machen und viele Leistungen, die sie mit der Kasse abrechnen könnten, kostenlos oder vergünstigt anbieten. Das ist aber auch bei jedem Handwerker so und nicht nur Ärzten vorbehalten.

    Frei nach dem Motto -Hinterher ist man immer schlauer- stellen sich oftmals Behandlungen als unnötig heraus. Das ist wohl wahr. Das Problem ist nur: Wäre die Behandlung nicht durchgeführt worden und wäre dann etwas schlimmes passiert, hätte man als Patient auch gemeckert. Und eines ist nun mal so: An Privatpatienten verdient man mehr als an Kassenpatienten.

    Fazit:
    Man kann nicht eine Berufsgruppe über einen Kamm scheren (bis auf Politiker, die sind alle schlecht). Es gibt viele Ärzte die mit Begeisterung und Enthusiasmus bei der Sache sind und es gibt solche, denen ein Porsche und ein geschröpfter Patient lieber sind. Das liegt dann aber nicht am Berufsstand, sondern am Menschen selber. Unerhrlichkeit gibt es in jeder Berufsgruppe. Ich jedenfalls bin froh das es Ärzte gibt, denn spätestens wenn der Zahn schmerzt oder ein Bein gebrochen ist, sind all die Kleinigkeiten eh vergessen.

    • wowka sagt:

      Hey Mory,
      vielen Dank für die ausführliche Meinung einer Arzthelferin.
      Ich stimme dir vollkommen zu, dass man eine Berufsgruppe -in diesem Fall Ärzte- nicht über einen Kamm scheren kann bzw sollte. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Ärzte als Berufsgruppe in vielen Bereichen sog. „Freifahrtscheine“ haben und dadurch nicht selten in ihrer Entscheidungen verantwortungslos sind. Während Fehler in anderen Berufen (Elektriker, Polizeibeamte, Ingenieure in Atomkraftwerken, Costa Concordia Kapitäne und viele andere) „bestraft“ werden oder die Menschen dahinter mit Konsequenzen rechnen müssen, sichern sich die Ärzte durch unzählige Patienten-Unterschriften im Vorfeld ab. Insbesondere bei schwerwiegenden Eingriffen sollten intensive Aufklärungsgespräche geführt werden (siehe auch Kommentar von Lissyh).

      Ärzte sind Menschen und Menschen machen Fehler – das ist vollkommen normal. Nur dürfen diese Fehler nicht aus Geldgier entstehen, denn dann sind diese Fehler nicht mehr menschlich.

  4. Pudelmütze sagt:

    Hmm, das ist ein wirklich schwieriges Thema das du da ansprichst. Ich glaube es kommt immer auf den Menschen an der da in dem Kittel ist. Zudem kommt es sicher auch darauf an wie die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Behandler und Patient ist. Wenn man sich bei einem Arzt nicht wohl fühlt kann man ihm nicht vertrauen und ohne vertrauen geht meiner Meinung nach fast nichts. Ok, eine Grippe kann vermutlich jeder behandeln, aber wenn es um andere Dinge geht wo es um andere Therapien wie Nasenspray geht muss man schon eine Vertrauensbasis haben. Ein Arzt sollte so viel Feingefühl besitzen um sich auf die unterschiedlichsten Menschentypen einzulassen und jedem das Gefühl zu geben in diesen 5 Minuten ist er der Mittelpunkt seines Wirkens.
    Ich selbst habe oftmals (gerade bei Zahnärzten) die Erfahrung gemacht das junge Ärzte gerne was aus der IGEL Liste verkaufen wenn noch ein Kredit für die Praxis offen ist, auch wenn es totaler Schwachsinn ist. Wenn sie älter sind, passiert dies nicht so häufig. Gerade bei Zahnärzten habe ich ein goldenes Händchen ins Klo zu greifen. Ich habe aber auch schon Ärzte erlebt mit denen man einfach auf einer Wellenlinie ist. Zudem gibt es leider einige die Behandlung im Ausstellen einer Krankmeldung verstehen, sicher hilft es manchmal einfach mal ein paar Tage zu Hause zu bleiben, aber manchmal hilft nur eine „richtige“ Behandlung. (und ich meine damit nicht Guten Tag und Auf Wiedersehen).
    Für viele sind wir vermutlich eher Kunden die Abgerechnet werden, auch wenn wir bei Ärzten Patienten genannt werden. Ich habe selbst mal in einer Arztpraxis gearbeitet und was da teilweise los war… danke, ich weiß schon warum ich den Job gewechselt habe.
    Woran man einen guten Arzt erkennt kann man unmöglich sagen, denen steht es ja leider nicht auf der Stirn. Man sollte sich wohl, wenn man schon muss, dort in Behandlung begeben wo man sich wohl fühlt. Wenn man merkt das es nicht passt sollte man den Arzt wechseln, sicher nicht so klug während einer Behandlung aber manchmal muss es einfach sein.

  5. avh_radwar sagt:

    Hallo,

    sicher kennt jeder (Geschichten über) einen Arzt, dem es mehr um seinen Porsche als um das Leiden des Patienten geht. Aber im Prinzip kann sich jeder den Arzt suchen, den er verdient (zumindestens in der Stadt).
    Die Ärzte, die ich regelmäßig aufsuche z.B. Hausarzt, Zahnarzt, Augenarzt, haben sich Ihr Vertrauen redlich verdient und ich würde sie bedenkenlos weiterempfehlen.
    Lausige Ärzte besuche ich genau einmal und melde sie ggf. noch bei meiner Krankenkasse und/oder Landesärztekammer als schwarze Schafe.

    Als Diskussionspunkt würde ich übrigens mal folgendes ins Gespräch bringen:
    Heute bekommt ein Arzt Geld, wenn man ihn aufsucht, weil man krank ist.
    Im alten China wurde der Dorfarzt monatlich bezahlt, solange der Patient gesund war; wurde er krank, blieb die monatliche Zahlung aus.
    Gretchenfrage: Welcher Arzt ist motivierter, den Patienten zu heilen?

  6. Allobert sagt:

    Hallo miteinander,

    Ich möchte auch eine Kleinigkeit zum Thema beitragen.Ich habe seit dem Jahr 2000 desöfteren Kontakt mit Ärzten gehabt und sehr viele Gespräche hinter mir.Meine Erfahrungen die ich gemacht habe sind im allgemeinem Positiv.Es handelt sich um den Fachbereich “ Psyche „-wollte mich deswegen erst gar nicht hier bei euch melden.Im laufe der Zeit habe ich bestimmt schon über 10 verschiedene behandelnde Fachärtzte gehabt mit denen ich so alle 3-4 Wochen ein Einzelgespräch geführt habe.Muß sagen,das sie alle sehr nett waren bzw.sind und immer Rücksichtsvoll meiner Problematik gegenüber standen.Haben zumindest nicht alle den Beruf verfehlt wie vielleicht Ärtze die in anderen Bereichen tätig sind.Ich finde es auch ein Unding das in Krankenhäusern erst der Schrift und Abrechnungskram gemacht wird,selbst wenn es einem gar nicht gut geht,hab ich selbst schon miterlebt und fand ich ehrlich gesagt ne Katastrophe.Es exiztieren mehr gute wie negativ gesinnte Fachärtzte denke ich mir,und die meisten möchten helfen so gut es geht.Geld spielt auch eine Rolle,steht aber bestimmt nicht bei allen im Vordergrund.Kommt auch darauf an in welchem Medizinischen Feld man Hilfe braucht.Ich mußte wo ich mit meiner Katze beim Veterinär gewesen bin auch für einmal anschauen über 25 Euro hinlegen.Gibt bestimmt auch schwarze Schafe,ist halt unterschiedlich.Ist halt wirklich unglücklich wenn man mit solchen zu tun gehabt hat,sollte aber deswegen nicht alle über einen Kamm scheren.LG Allo

  7. Danke für deine Nachricht – wir haben deine Blogparade bei uns in die März-Liste mitaufgenommen, wir wünschen dir noch viele Teilnehmer 🙂

    • horrender sagt:

      hallo Zusammen,
      wollte mich zuerst bei diesem Thema lieber zurückhalten,da ich frisch examinierter Krankenpfleger bin bzw. die aktuelle Berufsbezeichnung lautet ja Gesundheits-u. Krankenpfleger.Es ist aber vollkommen egal wie man die medizinischen Berufe aufwerten möchte für sich selbst den praktizierenden oder nach außen hin,solange von oberen Instanzen die nötigen Rahmenbedingungen für die ganzheitliche Versorgung von Patienten geschaffen wird ist es alle ohne Belangen.Ich fürchte das Problem mit dem Beruf Arzt liegt hauptsächlich an der falschen Motivation diesen Beruf ausüben zu wollen.Dieser verspricht in unseren Gesellschaft für sehr viel Prestige,Bewunderung und durchaus bemerkenswerte Bezahlung,die ethische Verpflichtung wie die übermenschliche Verantwortung mit sich bringt,die nur ein Mensch mit einem übermässigen Ego auf sich nehmen kann oder ein selbstloser Mensch der nur reine Absichten in sich vereinigt hat.Mit anderen Worten hier ist Berufung die einzige Bedingung,das einzig richtig was erfüllt werden muss um Menschen so die verdiente Behandlung zu ermöglichen.Und da ich die beiden Optionen nun geschildert haben wissen alle was bei uns aber auch in vielen anderen Ländern in Krankenhäusern vorherrscht.
      Und zu persönlichen Erfahrung kann ein nettes Beispiel schnell schildern:So ca. mit 16 Jahren wurde ich wegen einer Infektion stationär für eine Woche im Krankenhaus untergebracht.Die guten Jono-Infusionen und ein wenig Antibiotika wurde schnell gesund,aber aufgrund meiner introvertierten Art haben die einen Psychologen/Psychiater eingeschaltet.So war ich also gesund und war froh es verlassen zu dürfen und hatte plötzlich komplett missverstanden da Psychopfelge mir eingebrockt mit meinem zurückhaltenden Verhalten.Was sagt mir das ? Kein Interesse am Menschen,aus kaum konversationsähnlichen Momenten habe die Experten ein Bild von mir gehabt bzw. wir leiten es an jemand weiter,der mehr Lust oder Interesse hat.Den Interesse und Mitgefühl können keine Menschen leisten, die den Beruf für Geld und Prestige ausüben!

  8. Lexa sagt:

    Mein Beitrag zur Blogparade ist eben online gegangen: http://lexasleben.de/aerzte-fluch-oder-segen/

    Meine grundsätzliche Meinung zu Ärzten ist etwas positiver 😉

  9. Hans sagt:

    Hallo und Servus,

    ich habe mich des Themas auch mal angenommen und mir zwei drei Gedanken gemacht
    http://www.tages-gedanken.de/2015/03/03/aerzte-fluch-oder-segen/
    LG Hans

  10. Anna sagt:

    Hallo,

    ich habe soeben meinen Beitrag zu deiner Blogparade fertig geschrieben.
    Dabei beschränke ich mich hauptsächlich auf meine Erfahrungen mit verschiedenen Psychiatern in einem psychiatrischen Krankenhaus.

    Danke für diese wunderbare Idee, es hat gut getan, darüber einen Blogbeitrag zu schreiben!

    http://www.weltkehrt.de/2015/03/03/von-menschen-und-aerzten/

    Liebe Grüße

  11. Hallo wowka,

    schau doch mal auf meinem Blog vorbei:

    Tellerrandmedizin – Der Blick über den medizinischen Tellerrand für Medizin mit Herz

    http://www.tellerrandmedizin.org

    und bei unserem Verein

    Medizin und Menschlichkeit e.V. – Arzt sein. Mensch sein.

    http://www.medizinundmenschlichkeit.de

    Beides sind Projekte junger Menschen in Gesundheitsberufen, die eine menschliche Medizin praktizieren wollen.

    LG

    Julia (Dr. med. univ.)

  12. Hallo wowka,

    darf ich fragen, warum Du meinen Kommentar nicht veröffentlicht hast? Passen Ärzte, die sich um eine menschliche Medizin bemühen, nicht in Dein Weltbild?

    LG Julia

  13. Birgit sagt:

    Hier unser Beitrag zu dem Thema: http://www.kinderbetreuung-infos.de/aerzte-fluch-oder-segen/ – war interessant, sich einmal damit zu beschäftigen.

  14. wowka sagt:

    Liebe Leser und Teilnehmer meiner Blogparade,

    leider haben wir bei uns im Gebiet aktuell öfters Probleme mit dem Internet. Deshalb konnte ich auch die Kommentare nicht veröffentlichen.

    Die Blogparade ist beendet – vielen Dank für die Meinungen und Kommentare zum Thema. Die Auswertung kommt in den nächste Wochen.