Welche Rahmenbedingungen könnten, z.B. von der Politik, geschaffen werden, damit sich noch mehr Menschen von Tauschbörsen angesprochen fühlen und auch eine nachhaltige ressourcenschonende Gesellschaft gefördert wird?

alice_24 sagt dazu: Ich denke hier heißt das Zauberwort „Aufklärung“. Ich werde oft gefragt, ob es denn nicht illegal sei auf einer Tauschbörse aktiv zu sein. Erst nachdem ich erkläre, dass hier nur Originale zum Tauschen angeboten werden, beruhigen sich die Leute. Nachdem in den Nachrichten schon mal über einen illegalen Tauschring berichtet wurde, in dem Raubkopien verbreitet wurden, denken viele zuerst daran, da schlecht Nachrichten meist länger im Gedächtnis bleiben. Eine Differenzierung zwischen legal und illegal wurde damals anscheinend verpasst oder wurde nicht mehr beachtet. Ich fände es sinnvoll, wenn die Politik die Themen Ressourcenschonung, nachhaltiger Konsum und Tauschbörsen in den Unterricht z. B. als Aktionstag oder dergleichen einbinden könnten, denn Schüler sind hierfür offener als Erwachsene, die sich bereits eine Meinung gebildet haben.
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siwola ist der Meinung: Eine Förderung durch die Politik könnte vielfältige Varianten haben:

  • Einen Firmengründerzuschuss für Tauschbörsen Start-Ups
  • Ein Siegel ähnlich dem FSC-Siegel für ressourcenschonendes Handeln, dass auf der betreffenden Homepage der Tauschbörsen angezeigt wird
  • Ein Hinweis auf der Seite des Umweltministeriums, in welchem Maße Tauschbörsen die Ressourcen und somit auch unsere Umwelt schonen.
  • Einen Zuschuss für Portokosten bei Ressourcen schonenden Tauschgeschäften

Leider muss man hier vorwiegend im Konjunktiv schreiben. Denn es ist leider so, dass davon ausgegangen werden kann, dass eine staatliche Förderung in absehbarer Zeit nicht stattfinden wird. Dies möchte ich auch begründen.
Seit den 1990er Jahren erlebt das Internet einen unaufhaltsamen Siegeszug. Seit 2000 ist das Internet für die breite Masse erschwinglich. Genügend Zeit also, um auf den Boom zu reagieren. Und was geschah in der Politik?
Erst seit Ende 2013 gibt es in der Bundesregierung einen Minister, der sich um das Internet kümmert. Und dies tut er neben dem Ministerium für Verkehr. So kann man sehen, dass dem Internet immer noch nicht die Beachtung geschenkt wird, dass es verdient.
Zumal unser neuer Minister als erste Amtshandlung verkündete, das Internet müsse noch schneller werden. Dabei wäre es viel wichtiger, die Gebiete mit einer Breitbandverbindung zu versorgen, die noch nicht über eine solche verfügen.
Somit folgt die Politik auch hier lieber der Lobby, die dem Motto „höher, weiter, schneller“ die Treue geschworen hat.
Es wird darüber nachgedacht, wie Ressourcen am besten eingesetzt werden. Nicht aber, wie sie geschont werden.
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Teufelsweib ist der Ansicht: Man könnte die Tauschbörsen z. B. finanziell etwas unterstützen um ihre Seiten attraktiver gestalten und mehr Möglichkeiten für die Nutzer bieten zu können. Da aber so ziemlich jeder eine eigene Tauschbörse eröffnen kann, wird dies wohl eher schwierig. Außerdem glaube ich kaum, dass die Politik daran Interesse hegt, da das Kaufverhalten der Menschen und dadurch das Wirtschaftswachstum abnimmt.
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peterabc ist folgender Auffassung: Oh, das ist schwer. Ich glaube das das gar nicht im
Interesse der Politik ist. Tauschbörsen zu fördern bedeutet ja Umsatzeinbußen, das heißt weniger Arbeitsplätze, weniger Steuereinnahmen. Fördern könnte man es zwar mit gewissen Werbemaßnahmen und Förderungen. Aber das wird aus oben beschriebenen nicht geschehen.
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Pöppel ist folgender Meinung: Ich glaube kaum, daß die Politik daran wirklich Interesse hat. Auch Die Verpackungswirtschaft hat ihre Lobby…
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Charly ist folgender Meinung: Indem die Lebenserhaltungskosten steigen,werden automatisch immer mehr Menschen von Tauschbörsen angesprochen,da es sich die Menschen immer weniger leisten können etwas zu kaufen.
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Wowka ist folgender Auffassung: In erster Linie, könnten die Politik bzw. die verantwortlichen Personen dafür sorgen, dass wirklich jeder Haushalt über eine Breitbandverbindung verfügt. Während viele Orte bereits über das Internet Filme anschauen und somit Unmengen an Daten verbrauchen, gibt es immer noch viele Ortschaften ohne Internet. Ansonsten kann die Politik, innovative Projekte unterstützen und fördern. Dies wird jedoch aus wirtschaftlichen Interessen vermutlich nie eintreten – zumindest nicht im Bereich der Tauschbörsen für physikalische Ware. Es wird eher das Gegenteil gefördert, bestes Beispiel dafür ist die Abwrackprämie 2009, die teilweise als Umweltprämie gepriesen wurde. Die Vorteile dieser Prämie erschließen sich mir bis heute nicht. In einem Schritt wird der Kauf von neuen Fahrzeugen durch Prämien schmackhaft gemacht, im nächsten Schritt wird dafür Sorge getragen, dass diese Fahrzeuge durch Einführung von E10-Sprit bloß nicht lange überleben. Aber so ist nun mal die Politik.

Übersicht aller Fragen und Antworten:

  1. Sharing Economy – Tauschen statt Besitzen: Ein neuer Trend in Deutschland und auch weltweit. Ist dies ein Weg in eine neue ressourcenschonende Konsumkultur? Welchen Standpunkt vertrittst Du?
  2. Denkst Du, dass Tauschbörsen Potential besitzen um das Freizeit-Konsumverhalten der Gesellschaft nachhaltig zu beeinflussen?
  3. Warum entwickeln sich Tauschbörsen aktuell so gut? Warum nicht schon viel früher?
  4. Welche Rolle spielt das Internet bei der Verbreitung von Tauschbörsen?
  5. Welchen Stellenwert spielt das Thema nachhaltiger Konsum bzw. Ressourcen schonen in Deinem Privatleben?
  6. Was kann die Freizeitwirtschaft tun um Tauschbörsen besser zu fördern?
  7. Welche Rahmenbedingungen könnten, z.B. von der Politik, geschaffen werden, damit sich noch mehr Menschen von Tauschbörsen angesprochen fühlen und auch eine nachhaltige ressourcenschonende Gesellschaft gefördert wird?