Test des Motorola Moto G – die eierlegende Wollmilchsau

Filed in Technik by on 23. Februar 2014

Und es gibt sie doch…allen Unkenrufen zum Trotz wurde sie gesichtet. Die eierlegende Wollmilchsau hat im Jahre 2013 das Licht der Welt erblickt. Und es verwundert doch, dass sie in einem der am stärksten der Maxime „höher, schneller, größer“ folgenden Markt überhaupt gesichtet wurde…dem Smartphone-Markt.

Was hauen uns die Hersteller nicht alles um die Ohren?…die Handys werden immer schneller, größer und leistungsfähiger. Aber muss das immer so sein? Müssen wir immer die neueste Technik haben und dafür teilweise bis über 500 Euronen ausgeben? Meiner Meinung nach müssen wir nicht! Es geht auch anders und das geht es sogar super!

Das Moto G

Das Moto G

Alles, was ihr investieren müsst, sind 169 Euro…und glaubt mir, die sind bestens angelegt.

Ich möchte euch hier meine Erfahrungen mit dem Motorola G mitteilen, welche auf ganzer Linie positiv waren. Das Motorola hat mich als Fan gewonnen…mehr als das, wir reden hier über nichts Geringeres als das in meinen Augen beste derzeit erhältliche Handy. Den ultimativen Preis-Leistungs-Sieger.

Vergesst die Edel-Handys mit dem Apfel, mit denen ihr nicht mal ein Musik-Sample im Format MP3 als Klingelton übernehmen könnt. Oder die neuerlichen „Vesperbrettchen“ von Samsung, die dem Kopf beim Telefonieren in der Sonne komplett Schatten bieten können.

Das wirkliche Handywunder kommt aus dem Hause Motorola. Doch bevor jetzt hier jemand denkt, ich stehe auf der Gehaltsliste des seit kurzem zu Lenovo gehörenden amerikanischen Unternehmens hier der Grund meiner grenzenlosen Euphorie und der Grund meines Blogs:

Der Test des Motorola Moto G

Dieser Test stammt nicht von einem Redakteur der „Connect“ oder „Chip“, sondern von mir…einem User, dem Benchmarkwerte und stylishes Aussehen vollkommen Banane sind. Jemandem, der ein Handy sucht, das sich im Alltagsbetrieb durch die Merkmale auszeichnet, die wichtig sind und das nicht weniger sein soll als perfekt.

Bevor ich jetzt aber zu einer virtuellen Laola ansetze, erkläre ich euch, warum dieses Handy in meinen Augen perfekt ist…

Die Varianten

Es gibt dieses Handy in zwei Versionen. Diese unterscheiden sich in der Größe des Speichers. Zur kleineren 8GB Version ist noch eine größere mit 16GB erhältlich. Hier sollte man sich schon vorher überlegen, was man damit machen möchte. Das Handy lässt sich nicht mit Speicherkarten erweitern. Sollte also jemand seine gesammelten Musik- oder Fotodateien auf dem Handy spazieren tragen wollen, stößt er vielleicht schnell an das Ende der Fahnenstange, was die Kapazität betrifft. Ich habe zig Rezessionen gelesen, in denen die Leute den „geringen“ Speicher bemängelt haben. Dazu sage ich…lesen bildet und schließt spätere lange Gesichter aus.

Für die Version mit 8GB Speicher bezahlt ihr die genannten 169 Euro, die größere 16GB-Variante schlägt mit 199 Euro zu Buche. Bei den 8GB stehen euch nach Abzug des Betriebssystems noch etwa 5 GB zur freien Verfügung.

Für das Handy sind übrigens farbige Schalen erhältlich…entweder als Backcover oder als Flip-Case. Beides pimpt das Handy farbenmäßig schön auf.

Pimp up my Moto G

Pimp up my Moto G

Sollte also jemand seine HD-Videos oder seine komplette Musik-Sammlung auf dem Handy archivieren wollen, kann er jetzt mit dem Lesen aufhören und weiter den Smartphone-Wald nach seinem Favoriten durchforsten.

 

 

Alle anderen erhalten Informationen über das für mich momentan beste Handy der Welt…was zu beweisen wäre, ich weiß. Und das werde ich.

Der Auslieferzustand / Verpackung

Mittlerweile ist es ja Gang und Gebe, dass bei den Handys keine umfangreichen Bedienungsanleitungen mehr mitgeliefert werden, was auch aus Gründen des Umweltschutzes Sinn macht. Motorola verzichtet auch auf die Zugabe eines USB-Netzteiles…und Hand auf`s Herz. Wieviele von den Dingern haben wir mittlerweile daheim rumliegen? Für mich absolut kein Problem. Auch ein Headset fehlt…aber auch das kann ich verschmerzen.

Das Auspacken und die Inbetriebnahme

Also…schnell auspacken und die Sim-Karte in das dafür vorgesehene Fach.

Und was habe ich Angstschweiß auf der Stirn gehabt, als ich an den Akku-Deckel dachte. Auf Foren und YouToube konnte man massenhaft die Hilferufe verzweifelter Moto G Käufer vernehmen, die vor diesem vermaledeiten Deckel kapitulierten. Auf einem Video konnte ich einen Redakteur sehen, der unten die Randnotiz schrieb: „Bitte auf 3:12 Minuten spulen, wenn ihr sehen wollt, wie der Deckel abgeht“…der Gute würgte sage und schreibe drei Minuten an diesem Deckel rum. Unglaublich, aber wahr.

Und wie war es bei mir….?

Gar nichts…ich habe mich an die Anweisung von Motorola gehalten. Daumen in die kleine Einbuchtung am Rücken des Handys und mit dem Fingernagel an die Spalte beim USB-Anschluss fahren…ziehen und fertig. In 4 Sekunden war der Deckel weg. Ich kapiere bis heute nicht, was die Jungs vor mir falsch gemacht haben.

Unter dem Deckel sehen wir übrigens keinen Akku, den wir entnehmen können, da er fest verbaut ist. Und was für ein Akku da verbaut ist!!! Aber dazu später mehr.

Und….kann das Ding was?

Nachdem die Sim-Karte eingelegt und das Handy gestartet ist, kommt eine kleine Sequenz von Motorola um das „hochfahren“ des Handys zu überbrücken. Was relativ schnell von Statten geht.

Kein Wunder, das Moto G hat einen Quad-Core-Prozessor und 1GB Ram. Die „Maschine“ hat zwar schon ein paar Kilometer auf dem Buckel, der Prozessor ist aus einer älteren Baureihe, beschleunigt das Teil aber extrem rasant. Mehr Speed braucht kein Mensch, egal was irgendwer auf diesem Planeten sagt. Handys mit dieser Ausstattung und zu diesem Preis bekam man vorher nur beim Chinesen um die Ecke. Also mit 4 Wochen Lieferzeit und vom Hersteller Shiang Tsu Wang mit Garantieabwicklung in Shengzen. Ihr wisst, was ich meine…

Auf dem Handy befindet sich im Auslieferungszustand Android in der Version 4.3. Diese wird aber nach kurzer Zeit auf 4.4 geupgraded. Somit hat man Googles neuestes Betriebssystem zur Verfügung. Und das ohne lästige Oberfläche, die ein Anbieter über die Version legt. Android pur, was der Geschwindigkeit zu Gute kommt und einen tollen Eindruck hinterlässt. Einzig eine Hilfe zur Migration vorhandener Kontakte von eurem alten Handy und eine Nacht- und Meetingeinstellung ist in der Google-Software zusätzlich vorhanden.

Und wie läuft`s?

Alles läuft extrem flüssig, selbst topaktuelle Spiele bereiten dem derzeitigen Verkaufsschlager bei allen gängigen Dealern keine Probleme. Ich konnte kein Ruckeln feststellen. Auch nicht unter Volllast. Alle Apps starten sofort, nichts laggt. Egal, wie viel gleichzeitig offen ist, das Ding rennt und rennt und rennt.

Das Moto G ist auch extrem schnell in der Datenverbindung, egal ob mit WLAN oder über das Mobilfunknetz. Ich muss öfters lachen, wenn ich mit meinem Junior unterwegs bin, der ein iPhone 4S sein eigen nennt. Während ich mit meinem Motorola die meiste Zeit in H+ durchs Internet gleite, hat er maximal 3G und kann ein Buch lesen, während sich seine Seiten aufbauen. Natürlich würde ein Apple-Jünger das nie zugeben…

Man fragt sich, wo Motorola den Rotstift angesetzt hat. Selbst ein Display aus Corning-Gorilla-Glas ist mit an Bord und auch dieses gehört absolut in die erste Liga.

Das Display hat eine Größe von 4,5 Zoll, was meiner Meinung nach absolut ausreicht. Das Motorola passt noch locker in meine Hosentasche und das ist mir wichtig.

Ein Handy ist kein Computer und kein Tablet. Und kein Mensch kann mir glaubhaft erzählen, dass im Internet surfen auf einem Handy Spaß macht. Egal, ob es ein Motorola, ein Galaxy oder ein iPhone ist. Dieses Fingerspreizen, damit ich was lesen kann, ist ätzend…Punkt!

Abgesehen davon ist dieses Display ein Augenschmaus. Ich habe selten so eine Qualität erlebt, in dieser Preisklasse schon gar nicht. Ich würde sogar sagen, es kann locker mit dem Display des iPhone 4S mithalten, welches mein Junior besitzt. Da kann übrigens auch Samsung zuhause bleiben.

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der mich einfach aus meinem Schwarzwälder Stuhl gehauen hat!

Die Amerikaner haben hier einen Akku verbaut, den ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Und ihr könnt mir glauben, ich hatte schon einige Handys.

Was dieses Kraftpaket leistet ist nicht in Worte zu fassen.

Ich lade den Akku, der in knapp 90 Minuten absolut randvoll ist und schalte morgens mein Handy mit dem kompletten Rundum-Sorglos-Paket ein. Das heißt, ich habe Datenverbindung über Internet, WLAN und automatische Beleuchtung permanent an. Normale Nutzung, in der Mittagspause surfen, Quiz-Duell, Youtube und Whatsappen. E-Mail-Abruf alle 5 Minuten. Nicht mehr und nicht weniger als man halt so braucht.

Und wenn ich abends gegen 19:00 Uhr nach Hause komme, zeigt der Akku noch knapp über 50%. Nochmal! Ich schalte weder die Internetverbindung, noch WLAN ab. Sowas habe ich noch nie erlebt!

Wenn ich da an meine Kumpels mit ihren 400-500 Euro-Handys denke.

Die meiste Zeit des Tages sind sie online nicht erreichbar, weil sie den Akku nicht über Maß belasten wollen. Und spätestens in der Nacht ist Schluss, wenn die Dinger überhaupt so lange laufen.

Aber da muss doch irgendwo ein Haken sein….

Halten wir fest…Top Verarbeitung, ein superscharfes mit Gorilla-Glas geschütztes Display mit HD-Auflösung und einen sagenhaften Akku. Dazu einen Prozessor, der alle Aufgaben mit Bravour meistert.

Wo haben die Amis dann den Rotstift angesetzt..?

Eindeutig bei der Kamera!

Die Kamera des Motorola G ist nicht der Rede wert. Bei Tageslicht bekomme ich noch einigermaßen passable Fotos hin. Haben wir aber etwas dunklere Verhältnisse ist es mit der Herrlichkeit vorbei. Man muss es einfach so sagen, die Kamera ist Müll.

Tageslichtaufnahme

Tageslichtaufnahme

Sicherlich kann man sich alles schön reden und man hört gerne mal den Satz „Für Schnappschüsse reicht es“. Das mag so sein, aber die Schnappschüsse sollten halt doch auch schon ein bisschen Qualität aufweisen. Sobald man das Handy ein wenig bewegt beim Auslösen, kann man die Aufnahme vergessen.

Indoor-Aufnahme

Indoor-Aufnahme

Aber das kann ich verschmerzen, ich wusste das schon vorher.

Alles andere macht das Handy…und zwar perfekt!

Damit wäre ich wieder bei meiner Aussage vom Anfang meines Tests. Mehr Handy braucht kein Mensch!

Natürlich werden jetzt alle Leute aufschreien, die für ihr Mobiltelefon 300 Euro und mehr ausgegeben haben. Aber viele davon haben gegen das Motorola G das Nachsehen, ob es ihnen passt oder nicht.

Was man hier für 169 Euro in der Basisversion bekommt ist im Bereich Preis-Leistung nicht zu toppen. Mehr Handy pro Euro ist im Moment bei keinem anderen Hersteller zu bekommen.

Von mir eine dermaßen klare Kaufempfehlung, dass es klarer schon nicht mehr geht.

Euer Siggi

Übersicht:

Pro:

  • rasend schnell
  • Top Display mit Gorilla-Glas und HD-Auflösung
  • Optimale Haptik
  • Alles sitzt und passt, nichts knarzt und wackelt
  • Super Lautsprecher
  • Atemberaubende Akku-Laufzeit
  • Topaktuelles Android 4.4 Kitkat

Contra

  • miese Kamera
  • kein Akkutausch möglich
  • keine Speichererweiterung

 

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