Nun ist es also amtlich…

Die Katastrophe, die am 11. März die Japaner traf, wirkt nun auch politisch in Deutschland nach. Und auch hier kommt es einem Beben gleich. Viele Beobachter der Politik ahnten es, nun ist es Gewissheit geworden.

Was Kanzlerin Merkel mit dem unter ihrer Führung beschlossenen Atom-Moratorium noch zu verhindern versuchte, ist nun eingetreten. Stefan Mappus wird nach relativ kurzer Regierungszeit nach Übernahme von Günther Oettinger nicht mehr Ministerpräsident Baden-Württembergs sein.

Die CDU musste in Baden-Württemberg eine historische Wahlschlappe hinnehmen. Mit einem nie dagewesenen Ergebnis konnten die Grünen alle Erwartungen übertreffen. Zusammen mit der SPD werden sie in Zukunft in Stuttgart regieren. Nach über 50 Jahren büßen die Christdemokraten ihre Vormachtstellung im Stuttgarter Landtag ein.

Doch damit nicht genug. Da die Grünen mit der SPD die Mehrheit der Mandate (71 zu 64) im Landtag haben, werden sie mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten stellen. Weil die stärkste Partei den Landesvater benennt, wird dies der Grünen-Politiker sein. Damit bekleidet zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands ein grüner Politiker diesen Posten.

Das amtliche Endergebnis der Wahl in Baden-Württemberg:

CDU – 39%
Grüne – 24,2 %
SPD – 23,1 %
FDP – 5,3%

Wo ist der Grund für diese historische Schlappe der bürgerlichen Parteien zu suchen?

Für diese Frage gibt es nur eine Antwort. Japan!!

Durch die Katastrophe von Japan, insbesondere dem drohenden Super-Gau in Fukushima, wurde der Wahlkampf nur noch durch ein Programm entschieden. Dem baldigen Ausstieg aus der Kernenergie. Somit haben die letzten 14 Tage die Wahl maßgeblich in eine Richtung gelenkt. Vor der fürchterlichen Katastrophe in Japan hätten die Grünen nie und nimmer ein solches Ergebnis eingefahren.

Auch die sofortige Reaktion auf die Katastrophe durch Kanzlerin Merkel konnte den „Super-Gau“ der CDU in Baden-Württemberg nicht mehr verhindern. Nach einer Umfrage der Bild-Zeitung nahmen der Kanzlerin über 80% der Befragten die plötzliche Wende in der Energiepolitik schlicht nicht ab.

Somit hat die damalige Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung zu beschließen, nun den Landtag in Stuttgart und Stefan Mappus den Job gekostet. Auch die FDP hat erdrutschartige Verluste hinnehmen müssen, bleibt aber im Landtag.

Es bleibt abzuwarten, wie die neue Regierung im Ländle weiter verfahren wird.

Ihnen bleibt die nicht einfache Aufgabe, dem allgemeinen Ruf nach dem Stop der Kernenergie zu folgen. Dabei müssen sie verhindern, teuren Strom zu importieren und die regenerierbaren Energien so schnell wie möglich aufzubauen.

Es ist einfacher, in der Opposition die Entscheidungen der Führung zu kritisieren, als für diese die Köpfe hinzuhalten.

Für die Grünen wird es die Reifeprüfung sein. Sollten sie diese Aufgabe meistern, dürfte das auch eine Kehrtwende in der Bundespolitik werden.

Es ist die Meisterprüfung für die „Turnschuh-Politiker“. Und eine Gelegenheit, zu zeigen was sie können.

Warten wir ab, ob die Grünen diese Aufgabe bewältigen können, einfach wird sie nicht.