Meinungsbericht über Assassin’s Creed Brotherhood

Assassins Creed Brotherhood…. Ezio meuchelt wieder und alle wollen dabei sein…

Nachdem ich das Glück hatte, über „swapy“ an dieses Spiel zu gelangen, möchte ich meinen Bericht darüber gerne verfassen: Es gibt nur wenige Spiele, deren Releasetermine die Spielergemeinde dermaßen an Kalender fesseln und dazu führen, dass die Vorbestellungen bei den Softwarehändlern schon Marken erklimmen, die andere Spiele nicht mal im Verkauf erreichen. Dazu gehören Titel wie GTA, Uncharted und eben auch ein Assassin’s Creed.

Der Lieferumfang für Assassin’s Creed Brotherhood

Geliefert wird das Spiel ohne großes Handbuch. Ubisoft erklärt das mit dem Umweltschutzgedanken, was nicht von der Hand zu weisen ist und mittlerweile von vielen Herstellern so praktiziert wird. Ein Handbuch kann aber jederzeit während des Spiels aufgerufen werden. Somit muss keiner ohne Nachschlagewerk ins Rom der Renaissance reisen. Die Steuerung wird in einem kleinen Heftchen erläutert, dass dem Spiel beiliegt.

Worum geht es in Assassin’s Creed Brotherhood…?

Eines vorweg… Als Neuling in der Assassinen-Bruderschaft hat man massive Probleme, der Storyline zu folgen, die auf die ersten Teile aufbaut. Zwar wird diese durch einen kurzen Plot zu Beginn nochmal umrissen, aber das reicht bei weitem nicht, die Vorgänger zu erläutern. Es tauchen schon zu Beginn Charaktere auf, die unmittelbar auf Assassins Creed II aufbauen. Spielen kann man Assassins Creed Brotherhood auch ohne Vorwissen jedoch ohne Probleme. Mit der Vorgeschichte im Rücken, versteht man aber wesentlich besser, um was es geht.

Für alle, die noch nichts von Assassins Creed gehört haben, möchte ich hier noch mal kurz erläutern, um was es geht. Ihr reist mit Eurem Protagonisten Ezio ins Rom um das Jahr 1500 und müsst dort verschiedene Aufgaben bewältigen, auf die ich noch näher eingehen werde. Ezio ist ein Assassine, der in der Erinnerung von Desmond, einem jungen Mann in der heutigen Zeit entsteht. Diese Erinnerungen werden durch Verbindung mit dem Animus , einer Art Liege, auf der Desmond Platz nimmt, hervorgerufen. Durch diesen Animus kann Desmond als Ezio ins Rom der Renaissance reisen und seine Aufgaben erfüllen. Dies kennt man auch von den vorherigen Titeln der Serie.

Neu ist die Möglichkeit, vor Wachen gerettete Zivilisten als „Mitmeuchler“ zu rekrutieren und so eine Bruderschaft um sich zu scharen.

Nach einem spektakulären Angriff auf die Auditori-Villa in Monteriggioni, bei der Ezios Onkel ums Leben kommt, muss er mit Mutter und Schwester nach Rom fliehen. Dort führt er einen Kampf gegen Borgia und Templer und wagt sich mitten ins Zentrum der Feinde.

Das Gameplay in Assassin’s Creed Brotherhood…

Bei ACB handelt es sich um Stealth-Action, ähnlich „Splinter Cell“. Das Spiel wird in der 3rd-Person-Perspektive gespielt. Auch hier gilt es, durch tarnen, tricksen und täuschen seine Aufgaben zu erfüllen. Dies tut man vorzugsweise im Rom um 1500 und idealerweise mit so wenig Aufsehen wie nur möglich. Zwar könnt Ihr auch wie die berühmte Axt im Wald agieren, Eure Missionen gelingen aber wesentlich besser (und werden besser bewertet), wenn Ihr nicht entdeckt werdet. Auch bekommt Ihr bessere Belohnungen im Spiel, wenn Ihr die Missionen möglichst nach Vorlage beendet. Zum Beispiel müsst Ihr in einer Mission einen Hauptmann durch einen Wurf von einem Gerüst töten. Ihr könnt ihn auch auf die konventielle Art über die Wupper bringen, die volle 100 % Synchronisation mit Desmonds Gedanken erhaltet Ihr dafür aber nicht und somit kein ideales Ergebnis.

Die Steuerung des Spiels ist wie bei den ersten Titeln angelegt und bereitet dem Spieler, der die Vorgänger schon spielte, keinerlei Schwierigkeiten.

Als Neuling wird man durch Einblendungen während des Spiels auf die verschiedenen Tastenkombinationen hingewiesen und kann diese auch sofort in der betreffenden Aktion nutzen. Was hier sehr gut gefällt, ist das Erlernen der Tasten in Form von kleinen Neben-Quests. So muss z. B. ein Pferd eingefangen oder ein Ingenieur gefunden werden, der eine Kanone repariert. Durch diese kleinen Nebenspiele wird die Tastatur bestmöglich erlernt. Nach absolvieren der ersten Sequenzen bekommt man auch die Möglichkeit, die Steuerung im Hauptmenü zu üben.

Das Spiel ist sehr einsteigerfreundlich gestaltet. Auf einer kleinen Karte werden die nächsten Ziele angezeigt und auch evtl. Feinde und/oder Wachen erscheinen als rote Punkte auf der Karte. Durch eine spezielle Funktion, das Adlerauge, das auf der Y-Taste liegt, kann man die Sichtweise der Umgebung ändern. Durch diesen Blick wird die Umgebung farblich geändert, so dass man wichtige Ziele deutlicher erkennen kann. Ähnliches kennt man aus Batman Arkham Asylum, dort ist es der Detektivblick. So kann man zuerst versuchen, die Rätsel auf herkömmliche Weise zu lösen, oder eben diese kleine Hilfe in Anspruch nehmen.

Stellenweise wird die Story auch mit Sequenzen aufgelockert, die wieder in der Realität, also als Desmond gespielt werden. Der Level in den Ruinen erinnert dabei sehr an „Uncharted“, was ja nicht unbedingt negativ ist. Leider beschränkt sich dieser Level auf immer gleiche Aktionen, selbst die Sprünge sind nahezu die Gleichen, bis die Sequenz beendet ist und bietet keine große Abwechslung. Man kann zwar jederzeit den Animus verlassen und als Desmond spielen, aber wer will schon dieses schöne Rom verlassen? Die Aktionen als Desmond beschränken sich meist nur auf Konversation mit den Mitstreitern rund um den Animus.

Mit fortschreitender Spieldauer könnt Ihr durch erfüllte Aufgaben immer neue Gegenstände, Waffen weitere Ausrüstungsgegenstände und Geld erhalten. Durch Abbrennen der Borgia-Türme zum Beispiel erweitert Ihr Euer Gebiet und könnt durch Übernahme von Immobilien Euren Besitztum deutlich steigern. Das verdiente Geld kann dann bei diversen Händlern für Goodies ausgegeben werden.

Ärgerlich ist leider in manchen Fällen die KI der Beteiligten Personen. So kann es sein, dass ein Priester, den man begleitet, nach einem Kampf mal eben wie angenagelt an der Wand steht und nur durch Schieben wieder dazu bewegt werden kann, die Füße zu benutzen.

Auch das Leben in den Straßen gibt mitunter zum Schmunzeln Anlass. Es kann schon mal passieren, dass ein Reiter im Kreis reitet, oder ein Bürger gegen die Wand läuft. Dies reißt den Spieler kurz aus der Illusion dieser schönen Stadt, aber dem Flair tut das nicht wirklich Abbruch.

Auch kommt es vor, dass man von den Soldaten im letzten Winkel entdeckt wird, ein paar Sequenzen später stolpern sie jedoch über gemeuchelte Kollegen ohne Alarm zu schlagen.

Generell sollten die Skripte besser und flexibler sein.

Die Kämpfe mit den Soldaten sind durch Kombomöglichkeit aufgewertet worden. Mir persönlich ist der Kampf mit einer Horde von Gegnern aber zu chaotisch und endet mit wildem X-Knopf-Gedrücke. Trotzdem sind die Kämpfe fair gestylt und lassen keine Frustmomente aufkommen.

Bei manchen Aufgaben ist es schier nicht möglich, den „Stealth-Angriff“ zu vollziehen. So soll man einen Hauptmann töten, der von ca. 6 Soldaten vor seinem Haus bewacht wird. Dummerweise stehen die Soldaten im Kreis und bewegen sich keinen Zentimeter vom Platz. Es ist nicht möglich, einen Soldaten zu eliminieren, ohne Aufsehen zu erregen. Titel wie Arkham Asylum oder auch Splinter Cell sind da um Längen besser. Dort kann man die Jungs auskundschaften und eine Strategie entwickeln.

Durch Plündern von getöteten Soldaten kann Ezio seinen Geldbeutel füllen und auch so manche Medizin oder Waffe lässt sich so erhaschen.

Neu ist der Multiplayer-Modus, der von der Fangemeinde händeringend gefordert wurde. Hier könnt Ihr Euch gegen weitere Assassinen im Zocker-Universum messen und durch erfolgreiches agieren etliche Bonusgegenstände freischalten. Dass ein Multiplayer bei so einem Titel auf finden und möglichst nicht gefunden werden basiert, ist verständlich und damit hinnehmbar.

Die Grafik in Assassin’s Creed Brotherhood

Atmosphärisch wurde der Flair Roms im 15. bzw. 16. Jahrhundert sehr schön eingefangen. Oft erwischt man sich dabei, dass man auf einem Turm verharrt und einfach nur den imposanten Weitblick genießt. Beim Kopfsteinpflaster erkennt man jeden aufwändig gestalteten Stein.

Das alte Rom wurde wunderbar von Ubisoft gestaltet und weist zahlreiche kleine und liebevolle Details auf, die man voller Freude erkunden möchte. Märkte sind aufgebaut, die Bürger Roms gehen ihrer Tätigkeit nach und es herrscht in jeder Ecke Leben. Bettler belagern Enzio und möchten ihm sein hart verdientes Geld abluchsen. Hühner laufen über den Weg und Vögel kreisen in den Wolken über Roma.

Die Figuren wurden liebevoll gestaltet und auch auf kleine Details geachtet. So bewegen sich die Münder, wenn die Bürger oder Bekannte mit Ezio kommunizieren. Trotzdem gibt es noch mehr Liebe zum Detail, wie wir in „Uncharted 2“ bewundern konnten. So tropft Desmonds Hose im oben erwähnten Level zwar reichlich, eine Nässe ist aber nicht zu erkennen.

Wunderschön sind auch die Pferde und die restliche Tierwelt gestaltet, kommt aber nicht an die Tiere heran, wie wir sie in „Red Dead Redemption“ bewundern können.

Allerdings hat ACB auch Mängel in der Grafik, die nicht von der Hand zu weisen sind. Zwar herrscht in Rom reges Treiben und es sind sehr viele Leute unterwegs. Nach einiger Betrachtung fällt dem Spieler aber auf, dass viele der Bürger wohl den gleichen Stoff für ihre Kleidung benutzen.

Ab und an kann es passieren, dass ein kleines Pop-Up stört, dies kommt aber eher selten vor.

Der Sound in Assassin’s Creed Brotherhood

Die Synchronisation finde ich sehr gelungen und gibt keinen Anlass zur Kritik. Die Stimmen passen zu den Protagonisten und es gibt auch zahlreiche witzige Dialoge zu belächeln. Vorwiegend, wenn Ezio den Animus verlässt und als Desmond unterwegs ist. Die Geräusche außerhalb der Stimmen passen zum Spiel und unterstützen den schönen Eindruck des alten Roms.

Mein Fazit zu Assassin’s Creed Brotherhood

Das Ubisoft mit Assassins Creed – Brotherhood das Rad neu erfindet war nicht zu erwarten. Trotzdem haben sie es geschafft, keinen müden Aufguss von AC 2 zu machen, sondern ein spannendes, eigenständiges Spiel zu entwickeln. Ohne Vorkenntnisse über die bisherigen Titel bleiben dem Spieler aber wichtige Zusammenhänge verborgen. Aus diesem Grund hätte ich mir gewünscht, dass das Spiel Assassins Creed 3 heißt. Somit wäre jedem klar gewesen, dass es eine unmittelbare Vorgeschichte gibt. Neue „Assassinen“ greifen ins Regal und wissen Anfangs nicht, worum es geht.

Trotzdem gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Es ist ein tolles Spiel geworden und fesselt den Spieler wochenlang an den Bildschirm.

An der Grafik wurde nochmals gefeilt, Mängel gibt es aber immer noch zu beheben.

Den „Wow“-Effekt des Originals kann die Bruderschaft nicht erreichen, ein Spitzentitel ist es dennoch geworden.