3D Technik – nur momentaner Hype?

Es gibt einen neuen Trend in der Filmindustrie, an dem im Moment kein Weg vorbei führt….so scheint es zumindest. Die Rede ist von Filmen, die in 3D-Technik ihren Siegeszug auf die Leinwand und mittlerweile sogar in die heimischen Wohnzimmer gefunden haben. Doch ist dieser Trend wirklich neu?

Die Anfänge sind fast so alt wie der Film selbst…

Die Möglichkeit, Filme in räumlicher Darstellung zu zeigen ist fast so alt, wie der Film selbst. Schon früh kamen Filmemacher auf die Idee, durch den Einsatz von mehreren Kameras einen räumlichen Effekt zu erzielen. Sogar die Brüder Lumière experimentierten in der Anfangszeit um die Jahrhundertwende mit der 3D-Technik. Damals noch weitestgehend unbeachtet, kam 1922 der erste Film auf die Leinwand, der in der dreidimensionalen zu sehen war. Gedreht wurde der Film in der Rot-Grün-Technik, die lange Zeit auch weiterhin angewandt wurde.

Vielen von uns dürften die ulkigen Brillen mit der roten und grünen Folie noch in Erinnerung sein, mit denen wir teilweise in unserer Kindheit erste Erfahrungen mit der neuen Räumlichkeit sammeln durften.

In den 50er Jahren entstand ein regelrechter Hype um die 3D-Filme. Kein Kino, in dem nicht ein Film dieser Art zu sehen war. Wer kennt nicht die Szene aus „Zurück in die Zukunft“, in der die Protagonisten in den 50er Jahren mit exakt diesen Brillen unterwegs waren…

Und wo liegt nun der Unterschied in der aktuell genutzten Technik ??

Heute ist die Technik natürlich ausgereifter und wesentlich plastischer . Die rot-grünen Brillen mussten hochmodernen Polarisations-Brillen weichen. Selbst Infrarot-Licht-gesteuerte LCD-Brillen kommen heute zum Einsatz und erwecken ein „Ich-bin-mittendrin-Gefühl“, wie es in dieser Art noch nicht zu sehen war. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass mit dem Zeitalter der digitalen Aufzeichnung von Filmen, Flecken oder unscharfe Stellen der Vergangenheit angehören. Auch können Filme, die stereoskopisch gedreht wurden, trotzdem in normaler Technik gesehen werden, was Kinos zugute kommt, die nicht über die Möglichkeit der 3D-Darstellung verfügen.

Filme wie „Avatar-Aufbruch nach Pandorra“ oder die neueste „Toy Story“ heizen den momentanen Siegeszug der 3D-Technik an und bescheren den Filmemachern immense Gewinne. „Avatar“ avancierte gar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten und verwieß den bisherigen Mega-Blockbuster „Titanic“ auf den zweiten Platz.

Die birgt jedoch auch Gefahren. Um auf den sehr lukrativen Zug der momentanen 3D-Hysterie aufspringen zu können, werden Filme in Rekordzeit auf die neue Technik getrimmt und fallen bei den Kritikern gnadenlos durch – bestes Beispiel hierfür ist „Kampf der Titanen“ der von den Kritikern ob der schlechten 3D-Eigenschaften weitestgehend zerrissen wurde.

Ein weiterer Punkt, der bei den Filmen dieser Art beachtet werden muss, sind die Nebenwirkungen, die beim Betrachten eines solchen Film entstehen können. Nicht selten entstehen beim Betrachter dieser Filme Schwindel und Übelkeit.

Und was kommt danach??

Warten wir ab, ob es sich beim momentanen 3D-Boom um die Technologie der Zukunft oder um eine momentane Modeerscheinung handelt. Und falls dies der Fall ist, steht schon die 4D-Technik in den Startlöchern, die sogar schon bei Vorführungen des

„Europa-Park“ in Rust zu bewundern ist. Bei dieser Technik kommt zum räumlichen Darstellung noch der Einsatz von Duftstoffen , vibrierenden Sitzen oder Wasserspritzern dazu.

Wir dürfen gespannt sein. 😉